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New Work by marenkoeppen

New Work: Arbeit 4.0 oder Menschheit 5.0

New Work – Ein erstes, persönliches Herantasten an den neuen Trend

New Work begegnet mir heute überall. New Work ist einer der aktuellen Megatrends und wird für alles herangezogen.

Neue Arbeitsmodelle im HR-Bereich, neue Technologien bei „New Workplace“, New Work bei der Einrichtung von Büros. Viel Holz, viel Glas und alles offen und flexibel.

New Work für Unternehmen, in denen viel automatisiert wird. New Work als Teil der Digitalisierung oder als Folge der Digitalisierung?

Ich glaube, New Work ist für jeden etwas anderes. Die New Work Bewegung kann aber ein Grundgerüst und Anregungen liefern für die Umsetzung.

New Work – die Entstehung der Bewegung

Interessant ist, dass der Begriff und auch das erste Modell zu New Work von einem Philosophen geprägt wurde. Prof. Dr. Frithjof Bergmann.

Dr. Frithjof Bergmann (Wikipedia)

Es entstand Ende der 70er /Anfang der 80er Jahre als in der Industrie automatisiert wurde und die Frage aufkam, was tun mit den Arbeitern, die nicht mehr am Fließband benötigt werden. Welche Aufgaben können sie übernehmen, wie können neue Arbeitsaufgaben erschaffen werden?

In diesem Zusammenhang brachte er die Frage nach dem Sinn der Arbeit auf. Seine Kernthese ist es, dass jeder Mensch herausfinden muss, was er wirklich tun will.

Es geht darum, dass Arbeit keine reine Lohnarbeit mehr ist, dass Arbeit gern getan wird und einen Sinn hat.
Er definiert die zentralen Werte von New Work mit Selbstständigkeit, Handlungsfreiheit und Teilhabe an der Gemeinschaft.

Die Automatisierung in der Industrie ist nicht neu, sie erreicht aber heute durch die Digitalisierung ein neues Level. Die Digitalisierung an sich aber greift in alle Lebensbereiche und Wirtschaftsbereiche ein und fordert damit ein Umdenken und schafft Optionen.

Provokativ möchte ich sagen: New Work ist der Versuch der Menschen, sich an neue Lebensbedingungen anzupassen.

Deshalb gefällt mir der Ansatz von Bergmann besonders gut. Denn er betrachtet auch die soziale Komponente, spricht von Teilhabe an der Gemeinschaft und davon, dem Ungleichgewicht zwischen Reich und Arm entgegenzuwirken.

New Work meint nicht nur schicke neue Büros, Optionen für Home Office, modernste Technologien am Arbeitsplatz oder neue Arbeitszeitmodelle.

New Work sollte uns dazu bringen, sorgsam mit uns selbst und unseren Mitmenschen, aber auch mit den Ressourcen der Erde umzugehen.

Im Kern geht es aber doch darum, zu erforschen, was der Sinn der Arbeit ist und was jeder einzelne wirklich tun will.

Ich finde, grundlegend sollte unserer Arbeit uns ernähren und uns ein gesundes und erfülltes Leben ermöglichen. Sie darf uns nicht krank machen und unseren Geist nicht einschränken.

New Work – kann (noch) nicht in jedem Unternehmen funktionieren

Die Hierarchien, wie sie in den meisten Unternehmen vorherrschen, sind leider nicht förderlich für die Gesundheit, körperlich wie geistig.

  • Ist der eigene Chef ein Kleingeist, wie sollen sich da Innovationen oder neue Arbeitsweisen durchsetzen?
  • Werden Jobs in ein Zahlen getriebenes Korsett gepresst, wie soll da eine freie Entfaltung möglich sein?
  • Wenn wir als Angestellter aus der vorgegebenen Tretmühle der Arbeit nicht ausbrechen dürfen, wie sollen wir da zufrieden sein im Job?
  • Wenn ein Job sich definiert über unzureichend beschriebene Aufgaben und eine 40-Stunden-Woche von Montag bis Freitag, wie soll es da vorangehen?

Jetzt stellen Sie sich einen Chef vor, der cholerisch ist, psychopatische Charakterzüge hat oder ein emotionales Defizit. Da brauchen Mitarbeiter ein wirklich dickes Fell, um nicht krank zu werden.

Braucht jedes Team einen Manager? Wenn ja, dann brauchen Manager von heute und morgen andere Fähigkeiten. Mehr Führungskompetenz, mehr Einfühlungsvermögen und vor allem einen offenen Geist.

Wenn wir mit New Work eben auch ein besseres Arbeitsleben auf der mentalen Ebene erreichen wollen, dann heißt es auch, neue Formen der Organisation einzuführen.

Und: Der Mitarbeiter darf nicht mehr als Werkzeug angesehen werden, er muss als individueller Mensch behandelt werden, mit dem gemeinsam (zusammen) am Unternehmensziel gearbeitet wird.

  • Da gibt es Menschen, die brauchen straffe Strukturen und Vorgaben. Dann gibt es Menschen, die das Beste aus sich herausholen können, wenn sie frei arbeiten und eigene Ideen einbringen können.
  • Generation Y, Generation Z, digital Natives, digital Immigrants und so weiter: Die Studien dazu bieten gute Anhaltungspunkte, um zu erfahren, wie mit verschiedenen Gruppen von Menschen umgegangen werden sollte. Das reicht aber nicht aus, den auch in diesen Gruppen gibt es Individuen, die sich unterscheiden. Betrachten wir den einzelnen Mitarbeiter als individuellen Menschen und fördern ihn in seinen eigenen Stärken – dann ist das schon ganz viel New Work.

Zum Glück können wir lernen und uns weiterentwickeln. Was heute schon geschieht, ist der Anfang.
Wenn wir den Ansatz der neuen Kultur auch in Kindergärten und Schulen umsetzen, in unseren Alltag tragen und es Unternehmen ermöglichen, diesem Ansatz zu folgen – dann haben wir schon viel gewonnen.

Ich bin Unternehmerin, denn nur so kann ich tun, was ich mag und arbeiten, wie ich es brauche. Was mein persönliches „New Work“ ist und warum ich es immer weiter entwickele und auch mal hinterfrage, vielleicht beschreibe ich das in einem der nächsten Blog Beiträge.