Hallo Gutenberg. Test des neuen WordPress Editors

Image: © StrokeVorkz, elements.envato.com

Heute teste ich den neuen Gutenberg Editor von WordPress…

Ich habe den Test mit einem Blog Beitrag gemacht. Hier auf die Schnelle mal meine ersten Eindrücke:

Gutenberg, was ist das?

Gutenberg ist der neue Editor von WordPress. Er soll mit der Version 5.0 kommen, ist jedoch heute schon als Plugin verfügbar. Der neue Editor kann hier angesehen und getestet werden: https://de.wordpress.org/gutenberg/

Hier gibt es eine FAQ Liste zu Gutenberg (in Englisch).

Der neue Editor ist eine gute Sache. Er ermöglicht endlich, Blogbeiträge in verschiedenen Elementen (Blöcke) zu strukturieren und sie damit besser darzustellen.

  • Wer bisher mit dem einfachen Editor (klassischer Editor) gearbeitet hat, wird die Vorteile wahrscheinlich schnell erkennen, sich aber auch umstellen müssen.
  • Wer jedoch bereits ein Plugin oder ein Theme mit entsprechendem Plugin für die Formatierungen verwendet, wird sich denken, das brauch ich nicht. Der Editor soll aber mit WordPress 5.0 kommen. Also entweder wir arbeiten dann damit oder wir installieren das Plugin “Klassischer Editor”, um den Gutenberg Editor zu deaktivieren. Oder aber wir hoffen, dass unser bisheriges Plugin weiterverwendet werden kann und für uns alles beim alten bleibt.

Übrigens: Es gibt kein Release-Datum für WordPress 5.0. In der Roadmap von WordPress heißt es schlicht „2018“.

Ich habe auf Empfehlung meines Hosters zunächst einmal das automatische Major Update deaktiviert und teste den neuen Editor. Dazu nutze ich die Staging Umgebung, dies ist eine Testumgebung bei meinem Hoster. Sie kopiert meine gesamte Webseite, ich kann Tests und Änderungen vornehmen, ohne das diese meine Webseite betreffen. Funktioniert aktuell recht gut. Wichtig ist dafür ausreichend Speicherkapazität, damit die Performance der Webseite nicht gestört wird.

Erster Eindruck

Mein erster, ganz spontaner Eindruck vom neuen Gutenberg Editor in WordPress: unübersichtlich! Wenig User-freundlich. Das mag daran liegen, dass ich bisher mit einem sehr gut strukturierten und fast schon intuitiv zu bedienendem Editor gearbeitet habe. Und mir gefällt nicht, dass scheinbar die Schrift Einstellungen aus meinem Theme nicht übernommen werden. Oh je, da kommt eine Menge Arbeit auf mich zu, mich in den Editor einzuarbeiten und alles so einzurichten, dass es passt.

Zweiter Eindruck

Ah, sehr interessant. Die Schrift im Editor ist eine andere als im fertigen Beitrag. In der Vorschau (ich habe den Beitrag natürlich noch nicht veröffentlicht…) sehe ich, dass doch die Schrift Formatierung aus meinem Theme übernommen werden. Das Problem ist also keines.

Irritierend ist, dass eine Überschrift ein einem eigenen Block steht. Und wenn ich im Text einen Absatz einfügen will, wird ebenfalls ein neuer Block erstellt. Hmm, das ist gewöhnungsbedürftig.

Es sieht jedoch so aus, als würde die Struktur und Formatierung meiner bestehenden Blog Beiträge nicht geändert werden. Im Editor sehen sie nicht gut aus, aber üblicherweise überarbeite ich Blog Beiträge nicht nachträglich. Sollte dies doch einmal notwendig sein, müsste ich wohl erst einmal im Editor “aufräumen und umstrukturieren”.

So, jetzt habe ich erst einmal gesucht, ob es auch Spalten gibt. Ja, gibt es. Und scheint recht gut zu funktionieren. Ich teste gleich noch mal, ob ich auch mehr als zwei Spalten erstellen könnte. Habe ich selten, aber ich will wissen, ob es geht. Spalten ist ein Layout Element im Editor und scheinbar noch in der beta Phase…

Ok, es gehen nur zwei Spalten. Ich kann aber theoretisch einen weiteren Spalten-Block in den bestehenden Spalten-Block einfügen. Das sollte man aber wohl eher lassen.

Schwieriger war es, herauszufinden, wie ein Block wieder gelöscht werden kann. Als ich das aber herausgefunden hatte, war es recht einfach.

Jetzt teste ich noch schnell, welche Einstellungen es für die Bilder und für Links gibt.

Links

Hmm, das einfügen von Links geht eigentlich genau so einfach wie vorher. Leider habe ich aber keine Möglichkeit, auf eine Liste meiner Seiten und Blogbeiträge zuzugreifen, um einfach interne Links zu erstellen. Dazu müsste ich mir wohl vorher die URL des entsprechenden Beitrags erst kopieren. Das ist für interne Verlinkungen sehr umständlich. Ich hoffe, das wird noch geändert. Oder vielleicht hat es nur mit der Testumgebung zu tun (kann aber eigentlich nicht sein).

Bilder

Also die Einbindung des Bildes in den Text ist etwas komplizierter. Durch Zufall habe ich herausgefunden, wie es geht. Ich kann auch einige Einstellungen vornehmen, zum Beispiel in welcher Größe das Bild dargestellt wird und wohin der Link führt. Was mir fehlt ist die Anzeige des Bildtitels und der Bildbeschreibung aus der Mediathek.

Mir waren die Blöcke zu dicht aufeinander platziert. In meinem bisherigen Editor gibt es dafür einen “Trenner”. Hier heißt es jetzt “Abstandhalter”. Haha, deutscher geht es nicht. Das ist ok, es ist ein eigener Block und man kann die Höhe in Pixel definieren.

Fazit

  1. Extrem gewöhnungsbedürftig ist, dass Überschriften eigene Blöcke sind. Will ich einen Absatz im Fließtext einfügen, dann ist das auch ein neuer Block.
  2. Die Einbindung von Links geht nicht so einfach wie ich es gewohnt bin. Mir fehlt der Zugriff auf die Liste meiner Seiten und Blogbeiträge für ein einfaches Einfügen. Vielleicht wird das ja noch geändert, wäre schön.
  3. Bilder einfügen geht einfach, auch die Einstellungen für die Bilder sind einfach zu finden und vorzunehmen. Mir fehlt die Möglichkeit, Bildtitel und Beschreibung aus der Mediathek zu übernehmen und anzeigen zu lassen.
  4. Der neue Editor scheint die Darstellung der bereits veröffentlichen Beiträge nicht zu beeinflussen. Das ist gut.
  5. Auch wenn ich teilweise etwas suchen oder tüfteln musste, habe ich schnell verstanden, wie der Editor funktioniert. Die Umstellung sollte für die meisten Nutzer kein großes Problem sein.
  6. Der neue Gutenberg Editor ist eine gute Sache. Für WordPress ein echter Fortschritt. Wer bisher bereits ein Seiten-Editor Plugin verwendet, wird den Gutenbeg Editor nicht besonders aufregend finden. Einiges kann da noch nachgebessert werden.

Und wie geht es weiter? Nach einem 1-stündigen Test denke ich, das Update wird für meine Webseite unbedenklich sein, zumindest für den Blog. Wie er sich ggf. später auf die Struktur der Seiten auswirkt, habe ich nicht getestet. Dennoch lasse ich das automatische Major Update vorerst deaktivert, um keine Überraschungen zu erleben. Ist WordPress 5.0 da, werde ich mir an einem Abend ein paar Stunden für das Update und ausführliche Tests nehmen.

In diesem Sinne, fröhliches Editieren!

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