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Es geht auch analog. Eine #Landpartie

Vergangene Woche war ich auf einer Veranstaltung in Halle an der Saale. Das ist nicht weit von meiner Heimat entfernt. Dem wunderschönen Wendland (oder auch Landkreis Lüchow-Dannenberg).

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, in einem Dorf mit damals 63 Einwohnern und zwei Straßen. Die Straßen hatten keinen Namen. Wozu auch, bei nur zwei Straßen. Die Häuser wurden einfach durchnummeriert. Eine eigene Postleitzahl gab es nicht. Es gab einen Briefkasten. Und der Schulbus fuhr durch. Wir wussten, wo er hält, eine ausgewiesene Bushaltestelle war nicht notwendig.

Als Kind war es ein Paradies. Natur ohne Ende, viele Tiere und an unserem ersten Haus hatten wir einen Teich. Keinen künstlich angelegten Naturteich. Einfach ein Teich, der da war, weil dort eine Quelle war.

Als Jugendliche fand ich alles etwas langweilig und echt nervig, dass interessante Orte oder Freunde nur mit dem Auto erreichbar waren.

Und heute? Heute ist es eine Wohltat, die alte Heimat zu besuchen. Es ist ein Urlaub vom Alltagsstress, ein Urlaub von der digitalen Welt.

So habe ich zwei freie Tage genommen und bin von Halle weiter gefahren ins Wendland. Ich saß unter einem Apfelbaum, stundenlang, ohne Handy. Ich hatte echte Gespräche mit echten Menschen, ganz ohne Technik.

Für mich ist es meine Heimat und sie ist wunderschön entschleunigt. Ich kann jedem in der Nähe (zum Beispiel aus Hamburg) eine #Landpartie im Wendland empfehlen. Mehr Infos: https://wendland-elbe.de/de/

Zu Pfingsten gibt es die Kulturelle Landpartie. Demnächst die Offenen Gärten. Und auch ansonsten das ganze Jahr über viel zu entdecken. Am besten mit dem Fahrrad und ohne Handy, mehr Erholung geht kaum.

Ich spielte mit dem Hund meiner Tante, der ein echt gutes Hundeleben führt. Er kann sich frei bewegen, ist den ganzen Tag draußen und hat Spaß.

Sie (es ist eine Hündin) hat sich eine Höhle gebuddelt – ihr Unterschlupf an heißen Tagen. 🙂

Ich pflügte Tomaten, Äpfel, Pflaumen. Der Geschmack von eigenen Tomaten ist köstlich. Nicht zu vergleichen mit dem Zeug aus dem Supermarkt.

Abends bewunderte ich den Himmel voller Sterne. Die kann ich in München selten sehen, weil es nie so richtig dunkel ist durch die ganzen Stadtlichter.

Sehr beeindruckt hat mich auch der Pfirsichbaum meines Großvaters. Und die kleinen Weinreben, die er über den Garten verteilt angepflanzt hat.

Übrigens sind die Äpfel noch nicht reif. Ich werde sie einlagern und hoffe, das sie nachreifen. Es ist unter anderem ein Cox Orange, mein Lieblingsapfel.

Pflaumen und Weintrauben brauchen auch noch etwas. Die Pfirsiche sind bereits reif und können direkt vom Baum gegessen werden.

Ein Garten mit Obstbäumen, Gemüsebeeten und viel Grün macht viel Arbeit. Das geschieht analog. Ich mag das, mit den Händen arbeiten und mit der eigenen Muskelkraft. Das ist Entspannung pur. Ok, zugegeben, es ist Entspannung, wenn ich das ab und zu mal mache. Für die, die die 2000 qm pflegen und vor allem wässern müssen, ist das Arbeit jeden Tag.

Mir hat es sehr gefallen, ich bin nach nur vier Tagen sehr entspannt und denke darüber nach, dass ich vielleicht doch einmal aufs Land zurückziehen werde. “Einmal Landkind, immer Landkind”? Ja, das könnte sein.

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